
Vom Handwerk eines Bogenbauers in den BambuswĂ€ldern Kyushus, dem Schauspiel der berittenen BogenschĂŒtzen zur Zeit der KirschblĂŒte bis zur Kriegskunst in der letzten Kriegerschule Japans, in der noch wie zu Zeiten der Samurai das einst geheime Wissen vom BogenschieĂen auf dem Schlachtfeld unterrichtet wird, berichtet die Dokumentation. Ein facettenreicher Film ĂŒber die vielseitige Kultur und Geisteswelt rund um den Yumi, den japanischen Bogen. Yumi, der japanische Bogen, ist eine handwerkliche Meisterleistung. Seit Jahrhunderten aus den einfachsten Materialien gebaut, vereinigen sich in seiner charakteristischen, unregelmigen Form schlichte Eleganz und Effizienz. Kaum ein Bogen ist so leicht und schieĂt so schnell wie dieser. Zudem gleicht kein Bogen dem anderen, jeder ist ein Original. Der Yumi war der Stolz der Samurai und sein Besitz galt als Auszeichnung des Elitekriegers. Diese Hochachtung vor den BogenschĂŒtzen hat sich bis heute erhalten. So trainiert Kiyomoto Ogasawara, 33. Nachfahre eines Samuraigeschlechts, unter der strengen Aufsicht seines Vaters und GroĂmeisters, um beim Yabusame, dem Ritual des berittenen BogenschieĂens, die Ehre seines 800 Jahre alten Familiennamens zu verteidigen. Doch der Yumi gilt nicht nur als Symbol der Elitekrieger vergangener Jahrhunderte, sondern auch als mystisches Werkzeug, mit dem noch heute die Gnade der Götter erbeten und die DĂ€monen aus den Tempeln vertrieben werden. Inoue, Meister des Kyudo, des japanischen BogenschieĂens, sieht im Umgang mit dem Bogen einen Weg zum inneren Frieden. Das Ziel wird als Spiegelbild der Seele beschrieben: Ist der Geist unruhig oder schwach, wird auch der Schuss leblos. Wer die höchste Stufe im Kyudo erreichen will, muss lernen, das Denken auszuschalten, das Ziel zu fĂŒhlen statt zu sehen. Nur wer die Vernebelung des Geistes durch Ungeduld, Angst oder Zweifel ĂŒberwindet, der wird, so sagt Inoue, eins mit seinem Bogen.